Das Zeitalter des Remixes
William Gibson, einer der einflussreichen Science-Fiction Autoren hat einen Artikel in der Zeitschrift Wired (”God’s Little Toys“) über das Zeitalter des Re-Mixens geschrieben. Er postuliert, dass es Dank digitaler Techniken üblich geworden ist, Musik / Texte / Video nicht einfach nur zu konsumieren, sondern neu zu kombinieren, in Collagen neu zusammenzusetzen. Er beruft sich dabei auf Autoren wie Burroughs, die sich dieser Technik bereits früh anwendeten.
Gibson beschreibt vor allem die Auswirkungen auf die kreativen Industrien: Die Musik-Industrie werde es bald in dieser Form nicht mehr geben, denn das Objekt (die CD) werde vom Prozess (der Rekombination) abgelöst.
Ich denke, dass dieses Phänomen noch viel weiter geht, als es Gibson beschreibt. Es geht nicht nur darum, Musik oder Texte neu zu kombinieren, sondern Ideen. Dank dem Internet, dank der Möglichkeit dass jeder seine Ideen publizieren und verbreiten kann (etwa durch Werkzeuge wie dieses Blog in dem sie sich gerade aufhalten), werden Ideen aufgegriffen, von den Lesern mit anderen Ideen kombiniert, wieder publiziert, wieder gelesen, weiter entwickelt.
Der ganze Ideenfindungsprozess beschleunigt sich. Weil die Kreativität eine Gruppe von Menschen höher ist, als die eines einzelnen. Nicht umsonst machen Firmen Workshops in denen neue Konzepte von Gruppen ausgearbeitet werden. Dank den Technologien, die uns der Computer und das Internet beschert haben, können diese Workshops nun immer & überall stattfinden. Mit dem kreativen Input der gesamten Welt - wenn man Glück hat.
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